Winter 2014 – 2015

Route

Colorado – New Mexico – Baja – „Barranca del Cobre“  (Mexico) – Guatemala – El Salvador – Honduras – Nicaragua – Costa Rica – Panama

03.09.2014 Hamburg
Es geht wieder los: noch schnell die Dachrinne sauber gemacht, die letzten Shrimps auf den Grill gelegt und dann ab. Toyo, wir kommen!

25.10.2014  Bahia San Basilio, Baja California
Alex holt uns von den immerhin 450 Mi. entfernten Denver ab – wir besuchen noch Jason & Cindy, die wir zuletzt auf der Abenteuer- Allrad Messe in Bad Kissingen getroffen haben. Der lange Abend ist trotz unseres Jet Lags und Alex langer Anreise lustig. Nach einer durchgeschlafenen Nacht in einem guten Hotel geht es am nächsten Morgen direkt nach Grand Junction, wo unser Toyo steht. Wir übernehmen ihn aus den treuen Händen von „Safari Ltd.“, Hugh & Kelly, wo wir ihn 5 Monate in einer wunderschönen Halle unterstellen durften.

Bei unserer Ankunft in Placerville finden wir eine „Grossbaustelle“ vor. Alex hat das halbe Gelände mit eigenem schwerem Gerät umgegraben, um vor dem Wintereinbruch eine frostsichere Wasserleitung über ca. einen halben Kilometer zu verlegen. Ausserdem gibt es einen umfunktionierten Wintergarten, in dem nun die in Colorado legalen Haschischpflanzen angebaut werden.

Nebenbei befinden sich noch zwei Toyotas zwecks Umbaus in seiner  Werkstatt, so dass eigentlich das organisierte Chaos perfekt ist. Damit es nicht zu langweilig wird, hat ihm jemand vor zwei Tagen eine süsse junge Labradorhündin geschenkt, die es speziell auf unsere Crocs abgesehen hat. Nichts ist vor ihr sicher, und mit Dabeisein ist alles.

Die von uns mitgebrachten „Toyotaschätze“ werden ausgepackt, bestaunt & teilweise sofort verbaut. Unsere Haupttätigkeit besteht aber darin, das Projekt- „in Dtl. ausgebaute Toyota HZJ in die USA zu importieren“- mit Alex gemeinsam weiter voranzutreiben. Ein Auto ist bereits unterwegs und wird im Mai 2015 auf der „Overland Expo“ in Flagstaff ausgestellt. Der Umbau der Fahrzeuge wird von der Fa. Maltec vorgenommen, deren federleichten Carbondächer & -kabinen uns sehr begeistert haben.

Das Interesse an solchen Fahrzeugen ist sehr gross, da bisher so etwas hier in den USA nicht auf dem Markt ist. Ebenso wird für die Fa. Relleum eine Niederlassung in den USA vorbereitet. Relleum entwickelt und vertreibt intelligentes Zubehör für jede Art von Offroadfahrzeugen (z.B. der Klappmechanismus „Solarmount“, mit dem ein Solarpanel in alle 4 Himmelsrichtungen geklappt werden kann).

Für alle, die nun denken, dass wir uns in ein neues Business stürzen: weit gefehlt. Wir sind nur Berater und Ideenspender für den Aufbau und die praktische Durchführung. Es macht uns einfach Spass, einem hochmotivierten jungen Typen mit dem nötigen Background und den Facilities beratend zur Seite zu stehen. Das werden wir auch in Zukunft tun. Wer neugierig ist: www.uliviinnovations.com

Nach 3 Wochen beginnt für uns mal wieder die Reisetätigkeit. Wir freuen uns schon darauf, denn unser Ziel ist erst einmal New Mexico, im Speziellen das „Valles Caldera“. 3 Mal pro Jahr werden 12 Personen ausgelost, die mit dem eigenen Fahrzeug dieses Naturschutzgebiet befahren dürfen. An dieser Verlosung kann jeder teilnehmen, wenn er bereit ist, einen bestimmten Betrag in einen Fond einzuzahlen. Kelly & Hugh sind 2 der Glücklichen, die das Permit  gewinnen. Wir sind diejenigen, die es wahrnehmen können, da die beiden aus geschäftlichen Gründen nicht loskommen.

Der Name bedeutet „Tal der Kessel“, da es durch einen Vulkanausbruch entstand. Der Krater unfasst mehrere 100 km  mit  kesselähnlichen Hügeln mittendrin. Wir sehen grosse Waipitihirsche und einen Bullen mit einem riesigen Geweih. Es ist gerade die Zeit, in der die Rinder von den Weiden getrieben werden, so dass wir wirkliche Cowboys und ihren Nachwuchs beobachten können.

Unser nächstes Ziel ist Albuquerque, in dem wir u.a. das „Al Unser Museum“ besichtigen. Die Unser- Familie ist die bekannteste Rennfahrerfamilie Amerikas. Der erfolgreichste war Al und über drei Generationen haben die Söhne alles gewonnen, was Rang & Namen hat (Indianapolis, Pikes Peak…). Ein Preis unter tausenden war der „Hot Dog Pokal“.

Eine Tagesreise weiter gelangen wir in das Gebiet „White Sands“,

wo 1945 die erste Atombombe gezündet wurde. Die ganze Gegend lebt von der Raumfahrt und der US Airforce, die hier alle Arten von Raketen testen. Das „Museum of Space History“ ist wirklich toll. Die Mädels & Jungs, die sich auf die mit hochexplosivem Treibstoff gefüllten Raketen gesetzt haben, waren schon sehr mutig und mit einem festen Glauben an die Technik ausgestattet.

Wir übernachten im „Valley of Fire“ und erleben ein Schauspiel, was dem Namen alle Ehre macht. Es herrscht stundenlanges Wetterleuchten und Gewitter –  beindruckend!

Die Weiterreise führt uns über das „White Dunes Nat. Monument“, einem blendend weissen Dünenmeer und zu den in der Nähe liegenden „3 Rivers Petroglyphs“, interessanten Felsmalereien der Indianer. Nebenbei präpariert Hans eine Schlange, um sich daraus ein Hutband zu machen. Sie war leider zu kurz, so dass wir sie später bei den Jungs in San Diego lassen

Der Staat New Mexico unterscheidet sich sehr von den bisher bereisten: er besteht aus vielen Indianerreservaten und wird schon stark vom mexikanischen Einfluss geprägt. Hier spielten sich viele Geschichten aus dem Wilden Westen ab, die wir nur aus Filmen kennen. Tombstone sieht heute noch aus wie vor 150 Jahren. So lassen wir uns auch eine „Gunshow“ nicht entgehen. Herrlich!

Auf Nebenstrassen gelangen wir zum „Organ Pipe Cactus Nat. Monument“, der direkt an der mexikanischen Grenze liegt- eine tolle Kulisse. Im Anschluss daran holen wir uns im nächsten Ort eine Genehmigung, um den „Camino del Diablo“ zu befahren. Es ist ein alter Handelsweg zwischen Mexiko und den USA und führt entlang der mexikanischen Grenze. Bei der Erteilung der Genehmigung müssen wir jeder 25 Statuten unterschreiben, damit wir keine Regressansprüche an den amerikanischen Staat  stellen können, falls etwas passieren sollte! Die Amis wissen schon, warum!

Diese Region ist sehr einsam und weitläufig. Um die Jahrhundertwende zogen hier viele Siedler durch, auf der Suche nach Gold und einem besseren Leben. Die beiden Gräber am Wegesrand stammen aus dem Jahre 1867. Es war damals leicht, sein Leben hier zu lassen. Die drei Hauptgefahren bestanden in: 1) Kugel eines Bandidos, 2) Indianerpfeile oder 3) schlicht und einfach zu verdursten. Nachts werden diese Wege heftigst von mexikanischen Rauschgiftschmugglern benutzt. Denen sind wir gottseidank nicht begegnet, aber dafür einigen sehr netten Jungs von der Border Patrol.

Mit fetten Pickups und ordentlich bewaffnet sind sie ständig unterwegs. Einer davon, dessen Namen wir hier lieber nicht nennen, erklärt sich bereit, uns eine Höhle zu zeigen, wo noch versteckte Höhlenmalereien zu finden sind. Und es gibt Wasser dort! So erfahren wir auch nebenbei etwas über ihre Arbeit, die nicht so ganz ungefährlich ist. Wir erfahren, dass es immer wieder vorkommt, dass bei grossen „Lieferungen“ aus Mexiko, hinter denen meistens hohe Militärs oder Politiker stecken, Helikopter des mexikanischen Militärs durch „gezielten Beschuss“ die Border Patrol von der Verfolgung abhält.

Zur unspektakulären Abwechslung ist als Nächstes die kalifornische „Imperial Beach“ bei San Diego angesagt. Dort besuchen wir noch einmal unsere Freunde Angela & Jason mit den beiden süssen Jungs Julius & Lucius. Wir verbringen ein schönes Wochenende mit der Familie – es wird gegrillt, gebadet, gesurft… typisch kalifornisches Beachwochenende! Wir entstehen noch ein neues Boogieboard (echt kalifornisch!), da wir die anderen beiden mittlerweile zerlegt haben. Wir füllen noch einmal unser Auto mit allem, was der amerikanische Supermarkt hergibt und verlassen wirklich schweren Herzens das tolle Reiseland USA!

Unsere heissgeliebte „Baja California“ empfängt uns wieder mit einem easy Grenzübergang und dem obligatorischen Müll entlang der Mex 1. Daran muss man sich erst einmal wieder gewöhnen. Wir schliessen in Ensenada eine neue Autoversicherung ab, erneuern unseren Telefon- und Internetzugang und sind bereit für die nächsten Baja Outbackpisten. Die erwartet uns allerdings schneller, als wir es und wünschen.

Wir übernachten auf „Mike’s Sky Ranch“, seit 40 Jahren eine feste Grösse bei allen Baja 1000 Rennen. Von dort wollen wir weiter zur „Rancho Coyote“, ca. 16 km durch die Berge, die uns von Mikes Leuten als „befahrbar“ beschrieben wird. Die Piste entpuppt sich schnell für uns als fast unpassierbar – es geht über dicke Steine 45% steil bergan. Auch hier haben wohl die Ausläufer des Hurrikans Odile „kleine“ Spuren hinterlassen. An einem Punkt ist es dann plötzlich soweit: unser Toyo rutscht mit der rechten Seite in eine Rinne und lupft kurz die eine Seite in die Luft! Jetzt hängen wir fest.Uns sitzt der Schreck in den Gliedern. Erst einmal Wasser trinken und überlegen! Nach einigen „Strassenbauarbeiten“ unsererseits kommen wir frei und probieren  weitere drei Kilometer, bis es uns einfach zu heftig wird.

Das Auto zu wenden ist hier auch ein Balanceakt, aber wir haben ja Zeit. Im Bewusstsein, was jetzt wieder auf uns zukommt, geht es mit Herzklopfen auf die Rückreise. Wir versuchen noch eine Umfahrung, die aber leider im Nichts endet. Für die insgesamt 17 km brauchen wir 7 Stunden! An einer Steigung mit grossen Felsbrocken ist ein Vorderrad mal kurz 50 cm in der Luft. Leider kann Bente kein Foto davon machen, da sie zu beschäftigt mit dem Einweisen ist. Trotz allem ist es uns gelungen, unseren Toyo ohne einen Kratzer an den Ausgangsort zurückzubringen. Wir sind stolz und erleichtert. Um die leicht zitternden Hände zu beruhigen bedarf es erst einmal eines Tequilas und kalten Bieres. Das  war knapp!

Zurück auf der Mex 1 beginnt uns ein kleines Dieselproblem zu plagen. Unser Auto bleibt manchmal aus heiterem Himmel einfach stehen. Das finden wir besonders „lustig“, da die Strecke so schmal ist, dass sich gerade 2 LKW’s knapp passieren können. Also nicht so ganz ungefährlich für uns. Die klassische Suche beginnt: Dieselfilter wechseln & Leitungen durchpusten. 200 km weiter beginnt das  Problem von vorne. Das heisst: wieder Leitung säubern…also in Diesel baden. Das Auto ist wieder flott,  aber wir sind noch nicht überzeugt von unserem Erfolg. Erleichtert erreichen wir Loreto, was uns ja bereits gut bekannt ist. In der Werkstatt von Fili, den wir vom letzten Jahr gut kennen, werden die hinteren beiden Tanks in Eigenarbeit komplett ausgebaut und gespült. Der vordere Tank wird entleert, so dass wir hoffen, dass das Grundübel beseitigt ist. Der Dieselgeruch umgibt uns nun schon einige Tage – ein Segen, dass der Campingplatz in Loreto gute Waschmaschinen hat.

Auf dem Weg halten wir in der Dattelpalmenoase San Ignacio und Mulege, die vom Hurrikan Odile schwer verwüstet sind. Die Uferpromenade gibt es nicht mehr, der Leuchtturm steht jetzt auf einer Insel – vorher war er mit dem Auto zugänglich. Es trifft immer die ärmsten – die Leute können einem wirklich Leid tun. Viele Existenzen, Hotels, Restaurants und Campingplätze sind fortgespült worden. Das Schlimmste war wohl nicht der Wind, sondern die Wasser- und Schlammlawinen aus den Bergen. Das Positive am Hurrikan Odile war: der viele Regen hat die ansonsten karge trockene Baja in eine grüne Berglandschaft verwandelt. Und das Negative: überall sind kleine Seen entstanden, in denen sich die gemeine Mücke leider auch sehr wohl fühlt! Dengue Fieber??!!

Zurzeit befinden wir uns in einer der schönsten Buchten der Baja (Luft 34°C, Wasser 28°C) : Bahia San Basilio und sind gestern Abend zu einem witzigen Seglerevent eingeladen gewesen. Es liegen sieben Schiffe in der Bucht vor Anker. Davon hat jeder etwas vorbereitet, um gemeinsam in den Dinghis mitten in der Bucht treibend und zusammengebunden den Sundowner einzunehmen. Jede Crew stellt sich kurz mit einer kleinen Geschichte vor – dabei wird das Fingerfood herumgereicht. Es ist ein lustiger netter Abend. Anmerkung des Redakteurs: bei uns wird heute ausnahmsweise nicht gegrillt! In den nächsten Tagen geht es nach La Paz  auf die Fähre zum Festland, wo wir uns die „Kupferschlucht („Barranca del Cobre“) ansehen wollen.

07.12.2014  Santa Maria del Tule, Oaxaca
Wir sind spät dran mit dem Bericht (ja, ja, ja), aber wir haben in der Zwischenzeit viel erlebt. Es beginnt damit, dass wir mit den Engländern Chris & Mick zusammen die Fähre nach Topolabampo aufs „Festland“ buchen. Wir müssen 3 Stunden vorab da sein. Das Auto wird gewogen und zwischen den herumrasenden LKWs  durch  das Militär gründlichst inspiziert und desinfiziert. Dann heisst es: willkommen in La Paz?? Was ist hier denn los – wir wollen doch abreisen aus La Paz – das Chaos ist perfekt.

Also müssen wir uns noch einmal in die Schlange der LKWs einreihen und warten. Das Prozedere (wiegen…) können wir nur durch heftiges Winken unserer Belege umgehen. Endlich stehen wir in der richtigen Schlange und nicht nur uns ist es so ergangen. Nach sage und schreibe 4 Stunden darf nur der Fahrer mit dem Fahrzeug an Bord fahren. Mit 3 Stunden Verspätung legen wir dann endlich ab. Wie sich herausstellt, ist genau diese Fähre die langsamste und wir werden wohl erst morgen in den frühen Morgenstunden am anderen Ufer ankommen. Zum Glück haben Chris & Mick aus Versehen eine Kabine mitgebucht und wie es sich herausstellt, ist diese mit 4 Betten ausgestattet! So können wir bis 2 Uhr morgens gemütlich schlafen und sind einigermassen ausgeruht.

Nach einigem Überlegen entschliessen sich Chris & Mick (sie wollen/ müssen am 01.April in Buenos Aires sein!) doch, mit uns die Offroadstrecke von El Fuerte nach Creel in den besagten „Barranca del Cobre“ (Kupferschlucht) zu fahren. In El Fuerte erkundigen wir uns über die Sicherheitslage bei einem Jeepsafariunternehmen. Das  bestätigt uns, dass die Polizeipräsenz sehr hoch ist und daher alles  sicher.

Um es kurz zu machen: wir brauchen drei Tage für die Strecke, sehen keinen einzigen Polizisten undein Teil der Route ist von den starken Regenfällen nicht befahrbar. Ist unsere Information wirklich zuverlässig. Froh über gute Allradfahrzeuge und Sperren übernachten wir bei sehr freundlichen „Bauern“ (na, was wird da wohl angebaut??), durchqueren atemberaubende Schluchten und haben auf unseren gesamten Reisen noch nie so viele Höhenmeter bewältigt wie auf dieser Strecke.

Die Alternative, mit der berhmten Bahn (dem „Chepe“) zu fahren, wollten wir nicht, da man nur an einer Stelle in die berühmte Schlucht sehen kann. Nach besagten 3 Tagen und immerhin 180 km landen wir ziemlich erschöpft in dem ersten grösseren Ort, Guachochi. An einer Pemextankstelle begegnen wir ca. 30 Pickups, die mit bis unter die Zähne bewaffneten Polizisten beladen sind. Wir fragen diese sofort und etwas beunruhigt, ob es auf der Strecke nach Creel ein Problem gibt! Sie beruhigen uns – alles in Ordnung!

Wir sind fast die einzigen beiden Fahrzeuge auf dem Hwy. 23 und so ganz wohl ist uns dabei nicht. Erleichtert erreichen wir am Abend Creel und sehen zu unserer grossen Überraschung unsere Polizisten mit den 30 Pickups am Ortseingang mit ihren Waffen im Anschlag stehen. Auf uns warteten sie jedenfalls nicht – wir werden freundlich empfangen. „Da war doch was im Busch!!??“

Am nächsten Tag wollen wir nach Divisadero, um dem Canyon, der tiefer ist als der Grand Canyon, einen weiteren Besuch abzustatten. Die Chance, mit einer neuen Seilbahn über 3 Canyon zu fahren, nehmen wir natürlich sofort wahr (uns überzeugt der Hersteller aus Österreich & der Schweiz!). Von oben sehen wir die Behausungen auf Hügeln und in den Tälern der dort lebenden Tarahumara Indianer, die alles zu Fuss machen Sie versorgen sich selbst unter einfachsten Bedingungen und mit ihren kunstvollen Korbflechtereien versuchen sie, nebenbei etwas Geld zu verdienen. Sie sind bekannt für ihre ausdauernden Läufer, die Nachrichten von Dorf zu Dorf bringen. In Creel ist es nachts minus 4 Grad und unsere Luke ist von innen mit einer dicken Eisschicht bedeckt.

So beschliessen wir, auf schnellstem Weg wieder an die Küste zu fahren – auf der gigantischen neuen Autobahn direkt nach Mazatlan. Riesige Brücken führen über Schluchten. Wir durchqueren diverse Tunnel – ein wahres Meisterwerk der Erbauer und bezahlen gerne die nicht unerheblichen Mautgebühren. Nach weiteren 3 Tagen in Mazatlan angekommen und nach insgesamt 2000 km wird ein Servicestop eingelegt.

Für Hans gibt es eine neue Gleitsichtsonnenbrille, Bente geht zum Frisör und der Toyo bekommt einen Ölwechsel. Wir lassen es uns gutgehen – die Restaurants und das Centro Historico sind sehenswert und der Margarita schmeckt! Wir verbringen einige Tage mit schwimmen etc. an der Beach, um auf die bestellt Brille zu warten.

Am Wochenende bekommen wir Besuch. Innerhalb von einer  Stunde sind wir umringt von ca. 12 Autos vom 4×4 Mazatlan Offroadclub. Der Montag ist ein Feiertag, Tag der Revolutionn, den die „Jungs“ gebührend ausnutzen. Genügend Tequila und Bier ist im Gepäck. Die Fischer liefern die Austern gleich sackweise. Es ist zwar mit unserer Strandruhe vorbei, aber wir lernen ein paar lustige Leute kennen – unter anderem Guillermo, den Vorsitzenden des Clubs. Ihn besuchen wir gleich am Dienstag, um seine angebotene Hilfe in Anspruch zu nehmen, den Steinschlag in der Windschutzscheibe reparieren zu lassen. Perfekt! Die lang ersehnte Sonnenbrille trifft ein und wir können uns weiter auf den Weg gen Süden machen.

Zusammen mit den Schweizern Barbara & Urs, die wir auf der Baja kennengelernt haben, geniessen wir das subtropische Klima und die Vegetation um Puerto Vallarta, bevor es wieder in die Berge geht. Vor der Befahrung der Küstenstrasse zwischen Manzanillo und Acapulco wird dringend abgeraten (das ist eigentlich unser Ziel), was uns auch von der Honorarkonsulin telefonisch bestätigt wird. Nach der Ermordung der Studenten in Acapulco kommt es gelegentlich zu gewalttätigen Protesten, unter die sich auch immer wieder ein paar „Bandidos“ mischen, die dann gerne die Strasse blockieren und den Leuten ihre Autos abnehmen. In unserem Fall wäre es sehr schlecht – dann wären wir ja obdachlos!!

Auf dem Weg zu den „Monarchfaltern“ kommen wir am rauchenden und gerade erst wieder ausgebrochenem Vulkan Colima vorbei, übernachten in dem idyllischen Pueblo Magico Mazamitla, um dann auf 3000 m die alljährlich dort überwinternden „Mariposa Monarca“ (auf Spanisch) zu besichtigen. Auf dem Pferderücken bewältigen wir die ersten 500 Höhenmeter, dann folgt schnaufend der weitere Aufstieg auf 3800 m! Der Guide ist im Eintrittspreis enthalten, so dass wir doch einiges über die Flora & Fauna erfahren. Wir sind vielleicht ein bisschen zu früh in der Saison unterwegs, denn die Falter sind noch nicht in voller Anzahl eingetroffen. Aber immerhin sehen wir schon Tausende über den Tannenspitzen in der Sonne kreisen. In den Ruhephasen hängen sie in dicken Trauben in den Bäumen. Der steile Abstieg wird per Pedes bewältigt und beschert uns einen gewaltigen Muskelkater.

Wir machen uns auf den Weg Richtung Mexico City. Nach einer weiteren Übernachtung treffen wir auf dem Campingplatz an den Pyramiden von Teotihuacan ein. Dort können wir unser Auto sicher stehen lassen und uns mit Bus und der Metro auf den Weg in die Grossstadt machen.

Wir schaffen es in 2,5 Stunden!! bis zum Zocalo, wo wir ein Hotelzimmer gebucht haben. Die Fahrt mit der U-Bahn ist ein wirkliches Abenteuer – alles ist riesig, auch die Menschenmassen, die sich beim Eintreffen der jeweiligen Bahn gnadenlos hineinstürzen! Der letzte Rucksack bleibt in der Tür hängen und die Sicherheitsbeamten haben alle Hände voll zu tun. In der Bahn selbst drängeln sich mit lautem Geschrei fliegende Händler durch die Massen. Das Gewühl und die Geräuschkulisse sind einfach unglaublich. Das Mexico City ein hochgradiges Erbebengebiet ist, muss man bei der Gelegenheit einfach verdrängen.

Die Logistik dieser 13 U-Bahnlinien ist grandios, einfach und selbst für Analphabeten verständlich, so dass auch wir wohlbehalten unser Hotel finden. Jede Linie und jedes Hinweisschild hat die dazugehörige Farbe. Der Besuch des Frida Kahlo Museums („Casa Azul“) ist beeindruckend und wir verabreden uns mit Peter, Lorena und deren beiden Kinder im Süden der Stadt im Viertel Coyoacan. Wir haben die deutsch- mexikanische Familie vor 2 Jahren kennengelernt, als sie mit ihrem VW-Bus unterwegs waren. Nun betreiben sie die erste Wohnmobilvermietung in Mexiko mit Tourplanung etc.(www.mexicamp.com).

Am nächsten Tag buchen wir eine 3- stündige Stadtrundfahrt, die durch die täglich stattfindende Demonstrationen unwesentlich behindert wird. Der Busfahrer lotst resolut und souverän den grossen Doppeldecker durch die kleinsten Strassen und muss sich vehement gegen drängelnde Autofahrer behaupten. Wir sind überrascht über das saubere und interessante Stadtbild und die hunderte Museen und Sehenswürdigkeiten, die wir aus Zeitgründen gar nicht ansteuern können.

Jeder Stadtteil hat seine Märkte, zentralen Plazas (Zocalo) mit Cafés und Restaurants – man könnte sich hier viele Jahre aufhalten, um jeden Teil zu erkunden. Erschlagen von den Eindrücken und der Hektik begeben wir uns um 15 Uhr auf die Rückfahrt zum Camping. Es gibt nur noch ein Hähnchen von der Rotisseria nebenan und völlig erschöpft fallen wir ins Bett.

Zum zweiten Mal stehen wir mit unserem Auto in Santa Maria del Tule im „Overland Oasis“, wo uns Leanne & Calvin zusammen mit unseren Engländern Chris & Mick mit einem BBQ überraschen – ein toller Empfang!

25.01.2015  Guatemala, Monterrico Nationalpark
Nach einigen netten Tagen und kleinen Näh- und Servicearbeiten geht es zügig Richtung Süden, um unserem nächsten Ziel, Guatemala, näherzukommen. An der Pazifikküste kennen wir einen schönen einsamen Palmenstrand, Playa Chipehua bzw. Playa Palmar de Jonas. Hier waren wir schon einmal vor 2 Jahren. Dieses Mal haben wir den richtigen Zeitpunkt erwischt, denn wir können das Schlüpfen der Schildkröten auf der Tortugastation beobachten.

Kurz vor Sonnenuntergang helfen wir dem Wächter, ca. 65 gerade geschlüpfte Schildkröten in der Brandung auszusetzen. Einige werden immer wieder auf den Strand zurückgeworfen, aber sie schaffen es trotz der hohen Wellen, in die „rettende“ Freiheit zu entkommen. Der Zeitpunkt des Aussetzens (Sonnenuntergang) ist so gewählt, dass natürliche Feinde wie die Möwen, Geier etc. keine Chance haben, sie zu attackieren.

Kurz vor der guatemaltekischen Grenze verbringen wir zwei Tage in Puerto Arista auf „Jos’s Camping“ – 25.000 qm gepflegter Rasen mit Kokospalmen und Mangobäumen, ein Biotop mit verschiedensten schillernden Vögeln, Füchsen etc. Der Inhaber Jos ist ein Kanadier, der bereits seit 25 Jahren hier ansässig ist. Er versorgt uns mit allen Annehmlichkeiten. Ausserdem hat er die besten Duschen in ganz Mexiko – eine warme Schwalldusche vom Feinsten!

Wir nutzen die Gelegenheit, unser Auto mal gründlich selbst zu waschen und zu polieren. Dies ist unsere letzte Station in Mexiko. Ein Land mit vielen verschiedensten Landschaften und Facetten, welche uns immer wieder begeistert haben. Die ganzen Warnungen, die man so im Internet liest, treffen eigentlich nur die Mexikaner selbst, da die Narcos ihre blutigen Schlachten untereinander austragen und sich nicht gegen die Touristen richten. Alte Faustregel: „Wenn die Polizisten mit Sturmhauben und schwer bewaffnet auftreten, sollte man dezent das Weite suchen. Solange sie nur Sonnenbrillen tragen, besteht keine Gefahr!“ Wenn doch im Leben alles so einfach wäre!

Nach zwei Stunden erreichen wir die Grenze bei Tapachula – Puente Talisman. Entgegen aller Warnungen im Internet engagieren wir einen jungen Helfer, der uns zu den einzelnen Stationen bringt und für uns ansteht. Er erspart uns eine Menge Zeit und viel Fragerei und freut sich wie ein Schneekönig über die 10 USD. An alle Reisenden: seid nicht so schissig und lasst mal einen Dollar springen! Fliegende Händler, Geldtauschgeschäfte auf dem Schwarzmarkt – wir befinden uns auf einmal in einer anderen Welt. Alles ist bunt, chaotisch und laut! Bienvenido al Centroamerica!

Da es schon spät ist, übernachten wir an einer Tankstelle und fahren nächsten Tag zum Lago Atitlán, nach Panajachál. Unser schöner Stellplatz mit dem Blick auf die Vulkane ist ja durch die Neujahrsrundmail bekannt. Wir haben Glück, denn am nächsten Tag ist Markt und aus den umliegenden Bergen kommen viele Mayafrauen in ihren traditionellen Trachten, um Handarbeiten, Obst und Gemüse zu verkaufen.

Wir sind erstaunt, wie ursprünglich die Mayas hier noch leben und arbeiten. Die Meisten betreiben kleine Kaffee- oder Maisplantagen oder bauen Kakao an. Sie sprechen nach wie vor ihre eigenen Sprachen und das Schamanentum ist noch sehr verbreitet. Vor und in den katholischen Kirchen werden ordentliche Feuer entfacht und unter geheimnisvollem Gemurmel hofft jeder auf das Beste im Leben. Was uns am meisten beeindruckt hat sind die Lasten, die diese kleinen zierlichen Menschen mit Hilfe eines Stirnbandes auf dem Rücken über die Berge transportieren. Die Machete ist dabei ihr wichtigstes Werkzeug.

Wir suchen uns kleine Offroadpisten um den Lago Atitlán herum aus und gelangen auf steilen schlechten Serpentinen hinunter zum Dorf San Marcos,  bekannt durch eine grosse Hippiekommune. Diese versucht immer noch, die Welt zu retten – mit Hilfe von Internet und Handies. Wir finden einen unserer bisher schönsten Stellplätze bei Monsieur Pierre, einem Bretonen, der seit vielen Jahren dort lebt und Apartments vermietet. „Pasaj-Cap“ ist der Name des Anwesens. Er hat drei ebene Stellplätze für kleine Reisemobile und man glaubt es kaum: jeder Platz hat einen Wasser- und Stromanschluss. Ab und zu ist eine vernünftige Bauausführung doch sehr angenehm! Vom eigenen Bootsanleger winken wir uns ein Wassertaxi herbei und ab geht es mit 250 PS nach San José, wo wir einkaufen und uns den danebenliegenden Vulkan aus der Nähe anschauen.

Die Strecke durch das Hochland führt durch Kaffeeplantagen, über Pässe von 3000 m Höhe und hunderttausenden Kurven. Wir schiessen uns langsam auf die etwas wilden Verkehrsverhältnisse ein. An den Steigungen, die unser Toyo nur mit Mühe im 2. Gang nimmt, pfeifen die sogenannten „Chicken Busses“, aufgemotzte und herausgeputzte alte amerikanische Schulbusse, mit ihren 10 Zylindern und 8,4 l Hubraum Cummins Diesel mit schwarzen Rauchwolken an uns vorbei.

Auf dem Dachgepäckträger transportieren sie meistens hunderte von Bündeln, auf denen es sich eine ganze Reihe von Mitfahrern bequem macht. Angst scheint hier unbekannt zu sein, der kamikazeähnlichen Fahrweise zum Trotz.

In der Stadt Antigua, die seit vielen Jahren zum Weltkulturerbe gehört, treffen wir seit längerer Zeit mal wieder auf Reisende. Man campt im Zentrum auf dem Gelände der Touristenpolizei. Von dort aus erkunden wir die Stadt mit vielen beindruckenden alten Gebäuden, die gottseidank nicht zu Tode restauriert sind. Sie beherbergen Läden, Handwerksbetriebe, Restaurants und Hotels. Speziell zu erwähnen ist das sehr noble Hotel „Santo Domingo“, welches einem Museum gleicht und  Ruinen hineingebaut wurde.

Wir treffen zum ersten Mal Julio & Louisa, Motoradfahrer. Diesen Kontakt hat uns unser englischer Freund Richard aus Panama vermittelt. Julio lebt seit 35 Jahren in Guatemala und stammt ursprünglich aus Südtirol. Seine Frau kommt aus der „City“, wie Guatemala City von den Einheimischen kurz genannt wird. Durch sie  haben wir in kürzester Zeit den besten Zugang zu Antigua und überhaupt zu ganz Guatemala. Vom besten Italiener, der italienischen Eisdiele und dem englischsprechenden Mechaniker in der City ist uns jetzt alles bekannt. Um dem anstehenden Weihnachts- und Neujahrsrummel (24 Stunden Feuerwerk und Knaller vom Feinsten!) zu entkommen, vermittelt uns Julio eine tolle Adresse bei seiner französischen Bekannten Pauline am Lago Petén Itza, 30 km entfernt von Tikal.

Auf ihrem privaten Seegrundstück verbringen wir die Festtage mit schwimmen, lesen und grillen. Silvester zelebrieren wir an den berühmten Mayaruinen von Tikal. Es wird ein sehr geruhsamer Silvesterabend nach einer schönen Wanderung durch die beeindruckenden Ruinen.

Nach dem ganzen Feiertagsrummel können wir uns wieder auf die Piste begeben. Wir folgen einer Empfehlung Julios und fahren nach „El Ceibal“, einem im Dschungel versteckten kleinen Nationalpark mit Mayaruinen. Auf dem Weg dorthin wissen wir, warum die Ruinen relativ versteckt und kaum besucht sind. Der Weg verläuft  durch dichtesten Regenwald und dementsprechend verschlammt ist die Piste. Unser Toyo wird mal wieder richtig gefordert – auch die Diff.Sperren kommen zum Einsatz!

Die Ranger freuen sich, dass mal ein Auto vorbeikommt und wir werden freundlich zum Campen eingeladen. Auch die Brüllaffen begrüssen uns mit ihrem ohrenbetäubenden Gebrüll. Zum Glück sind sie Pflanzenfresser, denn es hört sich an, als wenn eine Horde Löwen aus den Bäumen zum Sturmangriff ansetzt! Schlafen können wir nur mit Ohrstöpseln. Jetzt verstehen wir, warum die Mayas sie gerne als Grillspeise benutzt haben. Nach einigen Tagen Dschungelwanderungen, vielen Mückenstichen und 85% Luftfeuchtigkeit zieht es uns doch wieder in das Küstenklima.

Wir stoppen in Rio Dulce, das am grössten See Guatemalas liegt, dem Lago Itzabal. Mit dem Shuttleboot erreicht man in 2 Stunden den Karibikort Livingston an der Grenze zu Belize. Er ist nur mit dem Boot erreichbar und wird von ehemaligen Schwarzafrikanern bewohnt, den Garifunas. Sie sind bekannt für die Trommeln und die dazugehörige Musik. Livingston erinnert Hans stark an seine Zeit in der Karibik – offene Abwasserkanäle verbreiten einen sehr „aparten“ Geruch. Nichtsdestotrotz probieren wir einen typischen Garifuna Fischeintopf – lecker und scharf gewürzt!

Zum Glück ist Guatemala recht überschaubar, so dass wir nochmals einige schöne Tage in Antigua verbringen. Dort treffen wir eine nette Truppe von anderen Reisenden an, u.a. Ahmet und Freundin Mira, die uns morgens eine Yogastunden gibt. Sowie Carole und Victor aus Chile, die mit ihrem Pickupcamper von Kanada weitgehendst mit Speiseöl unterwegs sind, welches sie sich in allen möglichen Restaurants organisieren. Es muss gefiltert und in einer Zentrifuge gereinigt werden – eine ziemlich schmierige Angelegenheit.

Julio lädt uns zu einem dreigängigen Abschiedsessen nach Hause ein. Der Hit ist der Nachtisch: Vanilleeis mit Olivenöl und schwarzem Salz bestreut! Endlich mal wieder ein feines Essen. Guatemala hat kulinarisch nicht so interessante Sachen zu bieten: helle & dunkle Maistortillas, schwarze Bohnen mit Reis und Huhn- und das alles vorwärts und rückwärts. Selbst mir als „Bohnenfan“ fängt es langsam an zu schmecken! Das Leckerste ist  das Obst: sonnengereifte Ananas, Melonen, Papayas & Mangos satt!

Wir fahren für einen Tag in die City, um besagte Werkstatt aufzusuchen. Hans baut mit 2 Mechanikern zusammen ein paar Dieselventile aus, die zum Umschalten auf die diversen Tanks nötig sind. Eine ziemliche Schweinerei, aber man braucht für solche Arbeiten halt eine Bühne. Alles wird elektrisch und mechanisch überprüft und der Toyo schnurrt wieder mit voller Power. Ahmet begleitet uns in die Werkstatt, um neue Federn für sein kürzlich erworbenes altes WoMo zu besorgen. Zum Abschied organisieren wir ein BBQ- Abend auf dem Polizeigelände und am nächsten Morgen geht’s ab an die Pazifikküste. Beim Aufbruch tut es einen dumpfen Schlag und wir schauen zum nahegelegenen „Vulcano de Agua“ – er spuckt einen dicken Rauchpilz aus. Abends sieht man die glühende Lava die Hänge herabfliessen.

Die Strecke über das Dorf „Santa Maria del Jesus“ führt uns direkt an dem Vulkan vorbei und die gesamte Gegend ist in Aschewolken gehüllt. Die landschaftlich eigentlich sehr schöne Strecke wird leider durch Müllberge verunstaltet – was wir in grossen Teilen Guatemalas beobachtet haben. Da ist noch eine Menge Erziehung und Umweltbewusstsein nötig, um das zu ändern.

Zwei Stunden später sind wir am Pazifik am Monterrico N.P.. Schwarzer Sand und hohe Wellen sind endlich was für unser Boogieboard.

Auf der Suche nach einem schönen Übernachtungsplatz für die nächsten Tage stossen wir auf das kleine Beachhotel „Maya Jade“ (6 Apartments) in El Rosario. Eingebettet in 3 himmelblaue Salzwasserpools in einem futuristischen Design ( ein beeindruckender Kontrast zur schwarzen Beach) und herrlichen Süsswasserduschen beschliessen wir, für einige Tage zu verweilen. Die beiden Manager, Henry aus Honduras und Smart aus Belize, bemühen sich, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Wir dürfen Surfboards, Kajaks etc. benutzen und beim Fischer nebenan organisieren sie Fisch für uns, der von Smarts Frau in der Restaurantküche zubereitet wird – auf karibische Art in Kokosmilch.

Es verirrt sich  kaum ein europäischer Reisender an diesen Platz. Die Sandpiste endet eh nach 1 km an einer Flussbarre. Die ganze Woche über ist es hier herrlich ruhig, nur am Wochenende füllt es sich mit den Städtern aus der City – dann ist Fiesta angesagt. Das war gestern und ein Stromausfall hat die Musik um 18 Uhr gestoppt. Heute, 24 Stunden später, ist in der gesamten Gegend immer noch kein Strom und wir freuen uns über unsere autarke Stromversorgung mit dem Solarpanel.

In den kommenden zwei Tagen werden wir Guatemala verlassen. Fazit: das Land ist zwar klein, hat aber eine Menge unterschiedliche Klimazonen, Landschaften und Tradition zu bieten. Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit und wir hatten nicht einmal ein komisches oder ungutes Gefühl, obwohl wir viel Offroad unterwegs gewesen und  eine ganze Reihe von Nächten frei gestanden haben!

28.03.2015  Panama City, Casco Viejo
Wir überqueren die Grenze nach El Salvador am südlichsten Punkt in La Hachadura – es dauert nur 1,5 Std., für zentralamerikanische Verhältnisse sehr flott! Auf der Suche nach dem nächsten Übernachtungsplatz steuern wir die „Barra de Santiago“ an, die ca. 25 km hinter der Grenze liegt. Es ist eine ungefähr 5 km lange Landzunge. Im Westen besteht sie aus einem recht unberührten Pazifikstrand mit Surfwellen und zur Landseite einer Flusslandschaft mit Mangroven und Krokodilen.

Die erste Nacht verbringen wir am Restaurant „Don Antonio“ mitten im Dorf, das für seine gute Fischsuppe bekannt ist. Für 8 USD schwimmt sogar eine komplette kleine Languste in der Suppe! Wir finden für die nächsten Tage einen guten Stellplatz direkt an der Beach bei Julio & Fatima, die eine kleine Beachbar betreiben ( N 13.69143 W 090.00874) – super cool! Wir ernähren uns hauptsächlich von fangfrischem Meeresgetier – gegrillt, gebraten und in Currysauce. Irgendwann wollen wir doch weiter und besuchen den P.N. El Impossible – wie so oft hochgepriesen doch enttäuschend. El Salvador hat den grössten Teil seines Primärwaldes vor Jahrzehnten bereits abgeholzt, alles zugunsten der Vieh- und Landwirtschaft!

Wir fahren gen Norden in die Berge zur „Ruta de las Flores“, die links und rechts von Kaffeefincas und Bougainvilleas gesäumt wird. In Juahua übernachten wir am Hotel „Vision Inn“, um am Sonntag den legendären Foodmarket zu besuchen. Wir „futtern“ uns durch viele regionale Spezialitäten und treffen uns dort mit Mario nebst Familie. Er ist ein guter Freund von Julio aus Guatemala, die das Motorradreisen verbindet.

Da wir ja auch mal zu den Motorradreisenden gehörten und wir uns auf Anhieb sympathisch sind, laden sie uns spontan in ihr Haus nach San Salvador ein. Unser Auto stellen wir auf Marios Kaffeefinca in den Bergen sicher ab – es ist für die Garage leider zu hoch. Aus Sicherheitsgründen lässt man kein Fahrzeug direkt an der Strasse stehen, selbst in einem Villenviertel wie diesem. Wir verbringen ein paar lustige und interessante Tage mit der Familie und seinen Freunden.

Gleich am ersten Abend sind wir mit auf eine riesige Geburtstagsparty eingeladen, wo der Porsche und die Harley im „Wohnzimmer“ stehen – alles ist hier offen und luftig konstruiert. Damit sich alle sicher fühlen, sind genügend Bodyguards dabei, da auch der ehemalige Polizeichef von El Salvador anwesend ist. Marios Frau Fer hat ein ausgesprochen lustiges südliches Temperament und wir haben viel Spass miteinander.

Für Bente ist es das erste Mal in ihrem Leben, dass sie mit Chauffeur zum Frisör gefahren wird (aus Sicherheitsgründen). Wir werden sehr verwöhnt und geniessen die Gastfreundschaft und ein grosses Badezimmer. Zur allgemeinen Sicherheitslage in El Salvador muss man leider sagen, dass von der Kleinkriminalität bis hin zu Entführungen von wohlhabenden Leuten (Lösegelderpressung) alles auf der Tagesordnung steht. Diese Situation  schränkt die Lebensqualität in vielen Bereichen leider erheblich ein, eine für uns total fremde Situation. Das trifft leider im Allgemeinen auf alle zentralamerikanischen Staaten zu, verstärkt in Honduras und Nicaragua.

Schweren Herzens nehmen wir Abschied von dieser unglaublich sympathischen Familie. Die letzte Nacht verbringen wir im Auto auf deren Finca im kühlen Bergklima, bevor wir Richtung Küste weiterfahren. Die gesamte Küste El Salvadors ist touristisch sehr erschlossen, da die Entfernung zur Hauptstadt relativ kurz ist und die Städter gerne das Wochenende an der Beach verbringen.

Von Besteigungen der schönen Vulkane sehen wir ab, da es in der letzten Zeit immer wieder zu Überfällen auf Touristen gekommen ist und  Wanderungen nur mit Polizeischutz unternommen werden sollen. Da haben wir nun gar keinen Bock drauf! An der Playa „Tortuga Verde“ kurz vor der Grenze zu Honduras legen wir einen Zwischenstopp ein, bevor wir die Grenze „in Angriff“ nehmen.

Honduras ist die No.1 in der Welt, was die Anzahl von Mordfällen im Verhältnis zur Einwohnerzahl angeht (Anmerkung unseres Freundes Mario: „Das stimmt nicht, da El Salvador diesen Platz eigentlich für sich beansprucht!“). Heute brechen wir unseren Rekord für die chaotischste und längste Grenzüberquerung –  in „La Amatillo“. Dieser dauert sage und schreibe 3,5 Stunden mit endlosen Fotokopien und Laufgängen, ehe wir mit unserem Fahrzeug nach Honduras einreisen dürfen.

Da es schon relativ spät ist, gelingt es uns nicht mehr, das kleine Land wie geplant in einem Tag zu durchqueren. So übernachten wir an einem eleganten  Haciendahotel in der Obhut des gut bewaffnetem Sicherheitspersonals in Choluteca. Der anstehende Ölwechsel wird am darauffolgenden Tag in der professionellen Toyotawerkstatt schnell erledigt. Alle Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit, da sie sich freuen, mal  Touristen zu begegnen, die nicht nur mit wehender Fahne ihr Land durchqueren. Sie besorgen uns sogar  einen Aufkleber für unsere Seitenbox „I love Choluteca“! sehr rührend. Nichtsdestotrotz ist am Nachmittag der Grenzort „El Espino“ nach Nicaragua erreicht.

Welch eine Erholung: wir befinden uns an einem kleinen Grenzübergang in den Bergen ohne LKW Verkehr. Alles läuft „tranquillo“! Der Zoll schliesst mittags für 1,5 Std. – so müssen wir warten und brutzeln uns auch etwas zu Mittag. An diesem Nachmittag schaffen wir es bis zum „Canyon de Somoto“ und finden dort einen sehr schönen Platz auf der Quinta San Rafael (N 13.45376 W 086.68817). Am nächsten Tag engagieren wir einen netten jungen Guide, der uns in den Canyon führt, durch den auch ein Fluss fliesst. Auf der 3-stündigen Tour wird gewandert, geschwommen und geklettert, wobei das Schwimmen der angenehmste Part ist.

Neuer Tag, neues Ziel: Esteli, die Zigarrenstadt! Der Kauf von guten Zigarren erweist sich viel schwieriger, als gedacht, da die Zigarrenfabriken nicht für den Publikumsverkehr zugänglich sind. Die Stadt hat ansonsten nicht viel zu bieten. Zu allem Überfluss versucht man zum ersten Mal auf unserer gesamten Reise, in unser Auto einzubrechen. Eine Seitenscheibe ist zersprungen, aber Erfolg haben sie nicht, da genau dahinter unser Einbauschrank den Zugriff verwehrt. Das alles spielt sich in 10 Minuten ab, in denen wir unser Auto vor einem Café abgestellt haben.

Wir beschliessen, dieser unerfreulichen Gegend schnell den Rücken zuzukehren, ohne Zigarren und ohne Ersatzscheibe (Toyota verweist uns weiter nach Costa Rica!). In der nächsten grösseren Stadt Leon, die sich als wunderschöne Kolonialstadt entpuppt und Hochburg der Sandinisten ist, finden wir zum Übernachten die Hacienda „Los Alpes“, ein kleines Highlight auf unserer Reise. Sie ist in altem Familienbesitz und wird von den Junioren als Ecofinca geführt. Die Gastfreundschaft ist sehr herzlich und Axel, der Juniorchef, organisiert uns eine Firma, bei der wir eine neue Plexiglasscheibe anfertigen lassen. Sie ist zwar nicht TÜV-konform, sieht aber aus wie das Original! Gemerkt hat es bisher noch niemand. Nach getaner Arbeit sitzen wir wie „alte Haciendabesitzer“ mit einem Glas Rotwein und einer Zigarre auf der Terrasse und geniessen den Blick über die Latifundien – alles ist wieder gut!

Um den noch nicht getätigten Zigarrenkauf zu erledigen, fahren wir in die Hauptstadt Managua zu einem bekannten Zigarrenhändler. Da ich Pierre versprochen habe, aus Nicaragua Zigarren mitzubringen, stehe ich etwas unter Zugzwang! Auch dort sind wir relativ erfolglos – alle uns bekannten Marken, wenn sie denn vorhanden sind, sind teurer als in Deutschland. Wieder ein Flop, aber immerhin verlassen wir diesen Ort ohne Schaden!

Die „Laguna Apoyo“, ein grosser Kratersee, ist unser nächstes Ziel. Auch für die Laguna gibt es eine kleine Reisewarnung (vermehrt bewaffnete Überfälle auf Touristen), so dass wir uns einen sicheren Parkplatz am „Hostal Paradiso“ suchen. Dort stehen schon unsere Chilenen Vic & Carole, mit ihrem „Speiseölauto“. Es ist eine schöne Anlage mit Blick auf den ca. 5 km breiten mit Wasser gefüllten Krater und einem eigenen Strand. Wir werden noch einmal Zeuge, wie kaltblütig und professionell die kleinen Bandidos agieren. Am helllichten Tag brechen sie in den gut einsehbaren Schlafsaal des Hostals ein, knacken die Schliessfächer der Reisenden und stehlen Computer, Smartphones und Geld.  Und keiner hat’s gesehen!?

In der Kolonialstadt Granada (Weltkulturerbe) kommt es endlich zum Zigarrenkauf! Schon morgens muss ich zwecks Qualitätskontrolle bereits die angebotenen Probezigarren rauchen – das ist eine wirkliche Herausforderung! Der Deal ist perfekt, bloss das Verstauen bereitet uns noch kleine Platzprobleme. Dabei entdecken wir, dass wir seit der Laguna eine Mitbewohnerin haben – eine kleine Maus. Die schnell gekauften Mausefallen werden mit Speck und Käse bestückt, doch die Maus ist schlau. Fein säuberlich zieht sie die Leckerbissen aus der Falle. Eine Bandidomaus?? Am nächsten Morgen raschelt es in unserer Brottüte – wo sie wohl gerade frühstückt? Im hohen Bogen fliegt die Tüte aussenbords und wir sind die Maus elegant los.

Mit der Fähre setzen wir mittags zur „Isla Ometepe“ über, die im Lago Nicaragua liegt. Sie wird aus zwei Vulkankegeln gebildet, die aber nicht mehr aktiv sind. Der Lago Nicaragua ist 15 mal so gross wie der Bodensee und durchschnittlich 13 m tief. Per Zufall passieren wir auf der Insel ein Dorf, indem gerade ein Rodeo stattfindet, u.a. muss auf Bullen geritten werden. Das geht nicht immer schmerzfrei für den Reiter aus! Die Atmosphäre hat einfach ein tolles Lokalkolorit und wir reihen uns auf der provisorisch errichteten Tribüne unter die Einheimischen ein.

Mit zunehmendem Biergenuss steigt die Stimmung und der Lärmpegel. Auch die Reiter im Ring zischen schnell das eine oder andere Bier gegen den Staub! Die Insel ist etwas enttäuschend, wie üblich hoch gelobt aber durch den Tourismus bereits sehr verändert. Die Rückfahrt zwei Tage später mit der Fähre erweist sich als Erlebnis besonderer Art: ein mit Kochbananen ca. 4 m. hoch beladener LKW fährt nicht ganz mittig auf die kleine Fähre, die dadurch ordentlich Schlagseite bekommt. Unser Auto ragt zum Teil bereits auf die heruntergelassene Heckklappe.

Wir verlassen den Hafen Moyogalpa bei ruhigem Wetter, bis es kurz danach blitzartig aufbrist. Eine kurze steile Welle baut sich auf und unsere Fähre beginnt gewaltig zu rollen. Sie kann nicht mehr Kurs halten, die Wellen rauschen übers Deck und die besorgten Gesichter der Besatzung sprechen Bände. Aus 45 Minuten werden 1,5 Stunden und alle hoffen, dass die schon etwas betagten Gurte am schwankenden LKW nicht reissen. Wir halten uns vorsichtshalber draussen an Deck auf, um im Falle einer Kenterung von der Heckklappe zu springen. So sind wir erleichtert wie schon lange nicht mehr, als die Fähre mit Mühe den rettenden Hafen erreicht. Wir sahen schon die Schlagzeilen vor Augen: Autofähre im Lago Nicaragua mit 20 Touristen und 3 Autos gekentert und gesunken!!

Zum Stressabbau zieht es uns zum Boogieboarden an die Playa Majagual bei San Juan del Sur. Dort treffen wir ein anderes deutsches Reisemobil, Bernd und Heike, mit denen wir uns gleich blendend verstehen. Sie haben beide Mal aktiv Motorsport betrieben und so sind viele gemeinsame Interessen vorhanden. Diese kleine Surfbeach mit mehreren Villen und 2 Hostals wird nachts mit Einbruch der Dunkelheit von schwarz gekleideten Sicherheitsleuten bewacht.

Wir überlegen noch, ob das wirklich nötig ist und am nächsten Tag wird uns die Antwort präsentiert. Die Besatzung einer kanadischen Segelyacht wird in der darauffolgenden Nacht vor Anker liegend brutal (mit Pistole und Messer) von zwei Piraten komplett ausgeraubt. Selbst das SSB Radio und das Funkgerät werden ausgebaut. Die beiden Maskierten werden von einem anderen Boot an Bord gebracht und fliehen nach 1 Stunde an Bord mit ihrer Beute im dem Dingy auf Nimmerwiedersehen. Die Ermittlung der Polizei am nächsten Morgen verläuft schleppend und wird wahrscheinlich ziemlich schnell eingestellt. Zum wiederholten Mal sind wir froh, dass wir nicht so ganz ungeschützt in unserem Auto übernachten und unser vor 5 Jahren angeschafftes „Werkzeug“ nachts immer griffbereit an der Koje liegt. So allmählich ist unser Bedarf an Abenteuer gedeckt und wir treffen den Entschluss, uns und unser Auto möglichst unbeschadet auf direktem Wege nach Panama zu bringen!

Der Grenzübertritt in Penas Blancas nach Costa Rica dauert „nur“ 2,5 Std. und unsere nächste Anlaufstelle, die wir von anderen Reisenden bekommen haben, ist die Finca „Canas Castillas“. Sie wird von einem Schweizer Auswandererpaar betrieben und liegt an einem Fluss (inkl. weissem Krokodil) mit einer vielfältigen Vogel- bzw. Tierwelt. Zurzeit wird gerade ein niedliches Faultierbaby mit der Flasche grossgezogen. Wir geniessen die gute Schweizer Küche von Agi: es gibt abends Rösti mit Rinderbraten!

Costa Rica gilt neben Panama als das sicherste Land Zentralamerikas, so dass wir uns um unsere Übernachtungsplätze nicht mehr so ganz grosse Gedanken machen müssen. Wir übernachten an der Playa Ocotal mit der Genehmigung der ansässigen Tauchschule und werden nachts von „nur“ einem Schuss geweckt – also nichts, wo man sich wirklich Gedanken machen muss. Die Sicherheitsleute leuchten uns regelmässig mit ihren starken Taschenlampen an, um die Lage zu checken.

Am Lago Arenal treffen wir die „Lally- Gang“, eine 5- köpfige Familie aus Irland, die nach 12 Jahren ihre Zelte in den USA abgebrochen hat und in einem Jahr über Südamerika zurück in die Heimat reisen. Sie sind mit einem Toyota Landcruiser inklusive einem Offroadtrailer und zwei Dachzelten unterwegs. Die Logistik und Räumerei mit drei erwachsenen Kindern ist schon eine Herausforderung für alle, aber sie nehmen es gelassen. In den nächsten Wochen werden wir einige Zeit miteinander verbringen, da wir das gleiche Ziel haben, Panama. Am Lago Arenal stehen wir  zusammen und geniessen das gute Brot von der deutschen Bäckerei „Tom’s German Bakery“. Das Baden in dem grossen Süsswassersee ist sehr erfrischend, immer mit einem wachsamen Auge auf die vorhandenen Krokodile.

Costa Rica hat es verstanden, seine Flora und Fauna zu bewahren. 35 % der Gesamtfläche des Landes stehen unter Naturschutz, den sie sich auch fürstlich durch hohe Eintrittsgebühren bezahlen lassen. 15 USD/ Pers. ist normal und die allgemeinen Lebenshaltungskosten gehören zu den höchsten, die wir auf unserer gesamten Reise bisher vorgefunden haben. Bei La Virgen campen wir im tropischen Garten bei der Firma „Selva Whitewater Rafting“ und im Dunkeln trifft wie erwartet die Lally- Gang ein. Am nächsten Tag beschliessen wir, da durch den vielen Regen ordentlich Wasser in den Flüssen fliesst, gemeinsam eine Raftingtour Stufe 3 zu unternehmen. Für uns Anfänger ist es ein grosses Abenteuer! Die amerikanischen Rafting Profis führen uns souverän durch die Stromschnellen und sichern mit zwei Kajaks. Der Trip dauert 4 Stunden und abends ist der Hunger auf ein echtes „Irish Stew“ entsprechend.

Wir wollen an der Karibikseite am nördlichsten Grenzübergang nach Panama einreisen. Leider spielt das Wetter überhaupt nicht mit: der Regen ist karibisch, warm und heftig! Die Küste ist wunderschön und wir geniessen einige trockene Stunden unter Kokospalmen am Punta Uva. Das in der Nähe gelegene Puerto Viejo ist ein kleines Surferparadies in tropischer Vegetation mit Monsterwellen. Für unseren Geschmack sind sie lebensbedrohlich, gespickt mit gefährlichen Unterwasserriffen!

In Panama angekommen steuern wir die Playa Las Lajas an, um an der regenarmen Pazifikküste alle Klamotten zu trocknen. Es macht sich langsam ein müffeliger Geruch im Auto breit. Bei den Lallys sieht es aus wie in einem Zigeunerlager und wir alle brauchen demnächst eine Wäscherei mit Trockner!

Bei uns macht sich eine gewisse Unruhe breit, da unser Verschiffungstermin mit der Reederei Wallenius Wilhelmsen immer näher rückt und die Kommunikation mit unserer Agentin sehr schleppend verläuft. Wir beschliessen, die Reederei direkt in Colon/ Manzanillo aufzusuchen und alles selbst in die Hand zu nehmen. Zuerst verbringen wir 2 Tage mit unserem Freund Richard in Panama City, in dessen schönes Apartment in Casco Viejo wir nach der Abwicklung der Formalitäten einziehen können. Wir haben eine Woche damit zu tun und es ist mit viel Lauferei, Kopieren und Abstempeln von Dokumenten verbunden.

Für alle Reisende, die unseren Bericht jetzt lesen: man braucht wirklich keinen Agenten! Die Reederei Wallenius Wilhelmsen ist sehr professionell organisiert und die „Mädels“ in der Logistik sind sehr hilfsbereit. Kontakt: Treicy St.John (Treicy.StJohn@2wglobal.com) oder Katherine Davis (Katherine.davis@2wglobal.com) – beide sprechen fliessend Englisch. Wir werden in den nächsten Tagen ein Verlaufsprotokoll inklusive der Koordinaten der einzelnen Anlaufstellen verfassen, die sie dann ausdrucken und Reisenden in die Hand drücken können.

Während wir diese Zeilen schreiben, steht unser Toyo bereits im Hafen und wir sitzen relaxt in Richards Apartment. Wir haben einige Tage in der Shelter Bay Marina stehen dürfen, um unser Auto vorzubereiten und umzupacken. Bei der Gelegenheit versenken wir unser 5-jähriges „Werkzeug“ samt Zubehör in den Sümpfen des Gatunsees. Da wir vor 3 Jahren schon mal in Panama waren, kommt es uns fast wie zuhause vor und wir stürzen uns ins abendliche Leben und Treiben. Die Altstadt ist ein reizvoller Gegensatz von toll restaurierten Kolonialbauten und alten Holzhäusern der spanischen Gründerzeit, in denen jetzt vornehmlich Schwarze wohnen.

Fazit: Zentralamerika ist sicherlich eine Reise wert! Für uns ist Guatemala mit Abstand das interessanteste und bunteste Land, was durch die noch sehr traditionell lebende indigene Bevölkerung geprägt wird. Auch Tikal und viele kleinere Inkastätte existieren speziell in Guatemala. Wir haben ein bisschen die Herzlichkeit und Lebensfreude der Südamerikaner vermisst. Es gibt mit Sicherheit noch viele schöne Orte, die wir nicht besucht haben. Durch die Überbevölkerung dieser kleinen Länder ist es für Individualreisende, wie wir es sind, nicht so einfach, abgelegene und sichere Stellplätze zu finden, da auch die Strände zum Teil weitläufig zugebaut sind. In Costa Rica hat leider der sehr dominante amerikanische Tourismus Sitten und Preise weitgehendst verdorben und viel Neid geschürt.

Nach aufregenden 7,5 Jahren geht für uns jetzt eine grandiose Reiseetappe zu Ende. In drei Wochen wird der Toyo in Bremerhaven eintrudeln (Inshallah!) und der seit 5 Jahren überfällige TÜV- Termin steht sofort an!  Mit dieser nun anstehenden kleinen Reiseunterbrechung schauen wir schon wieder auf neue Ziele, die  ja zur Zeit leider weniger statt mehr werden!